Marktupdate April 2026
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Im Dezember schrieben wir, dass 2025 ein turbulentes Jahr war. Dies verblasst jedoch im Vergleich zu den ersten Monaten des Jahres 2026. Es begann mit der unerwartet hohen CBAM-Abgabe und den damit verbundenen Unsicherheiten, gefolgt vom Krieg im Iran, der ebenfalls direkte und erhebliche Auswirkungen auf den Markt für Verbindungselemente hatte.
Vormaterialpreise steigen weiter, Unsicherheit nimmt jedoch zu
Die Preise für Vormaterialien unserer Produkte zeigten im ersten Quartal 2026 einen deutlichen Aufwärtstrend. Sowohl Stahl als auch Edelstahl sind deutlich teurer geworden.
Diese Entwicklung entspricht früheren Marktsignalen, bei denen steigende Produktionskosten und geopolitische Spannungen eine wichtige Rolle spielen. Lieferanten geben an, dass die Rohstoffpreise unter Druck stehen, was die Erwartung stützt, dass die Preise kurzfristig weiter steigen könnten.
Gleichzeitig nimmt die Unsicherheit zu. Verschiedene Marktteilnehmer weisen darauf hin, dass es derzeit schwierig ist, eine klare Preisentwicklung vorherzusagen. Der Markt ist volatil und wird stark von externen Faktoren beeinflusst. Weltweit bleibt die Nachfrage nach Verbindungselementen relativ niedrig.
CBAM führt zu strukturellen Kostensteigerungen
Seit dem 1. Januar 2026 ist die CBAM-Regelung in Kraft. Diese hat direkte und weitreichende Auswirkungen auf Verbindungselemente, die außerhalb der EU produziert werden.
Die Höhe des CBAM-Aufschlags wird durch mehrere Faktoren bestimmt, von denen ein wesentlicher Teil noch nicht endgültig festgelegt ist. In der Praxis bedeutet dies, dass wir derzeit noch nicht mit den tatsächlichen CO₂-Werten aus der Produktionskette rechnen dürfen.
Erst wenn die gesamte Kette, vom Hochofen bis zum Drahtproduzenten, unabhängig verifiziert ist, dürfen diese tatsächlichen Werte verwendet werden. Da diese Verifizierungen höchstwahrscheinlich nicht im Jahr 2026 abgeschlossen werden, sind wir gezwungen, mit den Standardwerten der EU zu rechnen. Diese liegen in der Praxis über den tatsächlichen Emissionen.
Am 7. April 2026 hat die Europäische Kommission erstmals einen offiziellen CBAM-Preis veröffentlicht. Für das erste Quartal 2026 beträgt dieser 75,36 € pro Tonne CO₂.
Im Jahr 2026 wird dieser Preis vierteljährlich auf Basis des Durchschnitts der EU-ETS-Preise festgelegt. Ab 2027 werden diese Preise wöchentlich veröffentlicht, wodurch die endgültigen Kosten dynamischer werden.
Obwohl dieser erste Preis mehr Klarheit schafft, bestehen weiterhin viele Unsicherheiten.
Nicht jede Produktgruppe ist gleichermaßen betroffen. Der endgültige Aufschlag hängt vom Ursprungsland und vom HS-Code des Produkts ab und wird pro Kilogramm berechnet. Dadurch werden hochwertige Produkte wie Edelstahl und höhere Festigkeitsklassen relativ weniger belastet.
Geopolitik bleibt ein wichtiger Faktor
Die Situation im Nahen Osten beeinflusst den Markt weiterhin, insbesondere über Energie- und Transportkosten.
Wir beobachten unter anderem:
• steigende Energiepreise
• zunehmende Produktionskosten in Asien
• wachsenden Druck auf die Verfügbarkeit bestimmter Rohstoffe
Infolgedessen stehen auch die Transportkosten erneut unter Druck. Die Seefrachtraten sind zuletzt gestiegen und bleiben anfällig für eine weitere Eskalation des Konflikts.
Ausblick
Die Kombination aus steigenden Kosten, geopolitischer Unsicherheit und regulatorischen Maßnahmen führt zu einer komplexen Marktsituation. Kurzfristig setzt sich der Preisanstieg fort, und wir beobachten längere Lieferzeiten.
Die Marktentwicklung wird maßgeblich von geopolitischen Entwicklungen und der weiteren Ausgestaltung von CBAM in Europa bestimmt. Derzeit lassen sich hierzu keine verlässlichen Aussagen treffen. Sobald weitere Informationen vorliegen, werden wir diese teilen.