Marktupdate Dezember 2025
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Marktupdate Dezember 2025
Das Jahr 2025 wird als bewegtes Jahr für unsere Branche in die Bücher eingehen. Große Veränderungen, neue Gesetzgebung und geopolitische Entwicklungen sorgen für Unruhe auf dem Weltmarkt. In diesem Marktupdate informieren wir Sie über die wichtigsten Entwicklungen rund um CBAM Antidumpingmaßnahmen und die Auswirkungen für unsere Kunden.
Entwicklungen in Asien
Für dieses Update haben wir unsere Partner in Asien nach ihrer Einschätzung gefragt. Alle Befragten zeichnen dasselbe Bild. Der internationale Markt ist stark umkämpft, die Verkaufspreise bleiben vorerst stabil auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig steigen die zugrunde liegenden Kosten wie Löhne Energie Verpackungen und Transport.
Mehrere Hersteller berichten, dass die europäische Nachfrage hinter den USA zurückbleibt, wo der Absatz wieder auf normalem Niveau liegt. Ursache scheint die schwächelnde europäische Industrie zu sein. Auf der Rohstoffseite bewegen sich die chinesischen Stahlpreise seit längerer Zeit in der Nähe der Herstellungskosten, unter anderem aufgrund der Immobilienkrise einer geringeren weltweiten Nachfrage und der Auswirkungen von US Zöllen. Für die kommende Zeit wird mit einem stabilen Preisniveau gerechnet.
Die Frachtraten für Seecontainer bleiben aufgrund politischer Faktoren und sich verändernder Handelsströme sehr volatil, was Prognosen erschwert.
Einfuhrzölle auf chinesische Produkte (Antidumping)
Die Europäische Union hat neue endgültige Antidumpingzölle auf bestimmte kopflose Schrauben und Gewindestangen aus Stahl aus China eingeführt. Diese Maßnahme soll unlauteren Wettbewerb eindämmen und europäische Hersteller schützen.
Was beinhaltet die Maßnahme
• endgültige Antidumpingzölle von rund 55% bis 72% je nach Hersteller
• rückwirkende Anwendung ab März 2025
Auswirkungen für Kobout
Kobout arbeitet seit vielen Jahren mit mehreren Herstellern von Gewindestangen zusammen. Dadurch können wir Qualität und wettbewerbsfähige Preise weiterhin sicherstellen.
Alternative Lieferanten außerhalb Chinas sind nur begrenzt verfügbar. Die Qualität schwankt stark und einige Anbieter versuchen, Zölle über Drittländer zu umgehen. Für unsere Einkäufer bedeutet dies eine Phase erhöhter Sorgfalt und strenger Kontrolle von Herkunft Qualität und Zuverlässigkeit.
CBAM
CBAM ist das Damoklesschwert, das über dem europäischen Befestigungsmarkt hängt. Ab dem 1. Januar 2026 müssen Importeure für die CO₂ Emissionen zahlen, die bei der Herstellung von Befestigungselementen entstehen. Dies wird preiserhöhend wirken.
Die genaue Berechnungsmethodik steht jedoch noch nicht endgültig fest. Daher ist es für Lieferanten und Kunden schwierig, die genaue Auswirkung zu bestimmen. Im Laufe des Jahres 2026 wird mit mehr Klarheit über die tatsächlichen Kosten und Folgen je Produktgruppe gerechnet.
Seit dieser Woche ist Kobout offiziell als CBAM Anmelder registriert. Das ist ein wichtiger Schritt, denn dadurch ist gewährleistet, dass wir auch 2026 ohne Unterbrechung weiter importieren können.
Transport aus Asien
Aufgrund von Streiks IT Störungen starkem Wind begrenzter Krankapazität und struktureller Überlastung verlängern sich die Transportzeiten auf sieben bis acht Wochen. Die Situation im Rotterdamer Hafen ist äußerst herausfordernd. Spediteure warten regelmäßig drei bis vier Stunden, bevor ein Container freigegeben wird. Die Zahl der verfügbaren Fahrer nimmt weiter ab, da viele die Unberechenbarkeit und Wartezeiten nicht länger akzeptieren.
Dies führt zu zusätzlichen Risiken von Demurrage und Detentionkosten, die inzwischen zu einem strukturellen Bestandteil des Marktes geworden zu sein scheinen. Wir stehen in engem Austausch mit unseren Logistikpartnern, um Verzögerungen zu begrenzen und Kunden rechtzeitig zu informieren.
Verfügbarkeit
Aufgrund der nachlassenden Nachfrage in Europa sind die Lagerbestände im Markt relativ hoch. Etwaige Engpässe können daher rasch aufgefangen werden. Auch Kobout verfügt derzeit über umfangreiche Bestände.
Transportpreise in den Niederlanden
Der nationale Transport wird teurer. Ursachen sind
• die Einführung der kilometerbezogenen Straßenbenutzungsgebühr ab Juli 2026
• die weitere Elektrifizierung der Fahrzeugflotten
• eine Lohnerhöhung von 6% im Sektor
• steigende Kraftstoffpreise
Hierdurch sind unsere Spediteure gezwungen, eine Preiserhöhung vorzunehmen. Um dies sorgfältig aufzufangen passt Kobout zum 1. Januar 2026 die Versandkosten an.
Zusammenfassung
Der Markt bleibt herausfordernd. Die Preise sind stabil, doch der zugrunde liegende Kostendruck nimmt zu und die logistische Unsicherheit bleibt bestehen. Einfuhrzölle verteuern bestimmte Produktgruppen erheblich, während CBAM ab 2026 eine neue Kostenkomponente einführt, deren Auswirkung noch nicht vollständig absehbar ist. Die Verfügbarkeit von Waren ist derzeit gut, doch die Zuverlässigkeit des Transports erfordert eine rechtzeitige Planung. Wir verfolgen alle Entwicklungen aufmerksam und informieren Sie, sobald weitere Klarheit besteht.